Beschlussantrag – Mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

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antragstellende Fraktionen:

FG DIE LINKE/Die PARTEI, CDU-Ratsfraktion, FG BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD-Fraktion

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, im Zusammenhang mit der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen folgende Prüfungen vorzunehmen und mögliche umzusetzende Vorschläge in einer Beratungsvorlage darzustellen:

– Wie können bestehende Chemnitzer Beratungs- und Hilfsangebote zur mentalen Gesundheit für Kinder und Jugendliche besser zugänglich gemacht werden? Dabei sollen sowohl die städtischen als auch die Angebote in nichtstädtischer Trägerschaft berücksichtigt werden. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern möglichst unkompliziert Zugang zu Beratung und Hilfe zu verschaffen.

– Wie kann der Zugang zu diesen Informationen für die Betroffenen erleichtert werden? Ist der Zugang durch die App „Between the lines“ möglich und welche weiteren Optionen gibt es?

– Wie kann unter Federführung des Gesundheitsamtes dessen Vernetzungsfunktion beispielsweise mit dem Jugendamt weiter intensiviert werden, um in den verschiedenen Lebenswelten und Zuständigkeiten das Bewusstsein für die mentale Gesundheit insbesondere von Kindern und Jugendlichen verstärkt in den Fokus zu rücken?

– Weiterhin soll geprüft werden, ob und wie die Vielzahl an städtischen Beratungs- und Hilfsangeboten zur mentalen Gesundheit ausgeweitet und intensiviert werden kann, u. a. durch die Zusammenarbeit mit dem KSV, aber auch mit Mitarbeiter:innen der Bereiche Hort- und Schulsozialarbeit sowie sonstigen Akteur:innen im sozialen und Jugendhilfebereich.

– Es soll dargestellt werden, welche Möglichkeiten des Bundes für die Beantragung von Fördermitteln durch die Stadt Chemnitz ab 2023 genutzt wurden und genutzt werden sollen, wie viele Fördermittel generiert wurden bzw. werden können und wie diese eingesetzt wurden bzw. werden sollen (bspw. Mittel des „Zukunftspaketes für Bewegung, Kultur und Gesundheit“).

Die Beratungsvorlage soll bis zum IV. Quartal 2023 im Sozialausschuss und im Jugendhilfeausschuss
vorgelegt werden.

Begründung:
Insbesondere im Jugendhilfeausschuss und im Sozialausschuss wurde ausführlich über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die mentale Gesundheit und die Zunahme von psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen informiert, die von vielen Studien bestätigt werden.
Aktuell wurde die „Studie zur psychischen Gesundheit von sächsischen Schülern im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vorgestellt. Hinzu kommen weitere Faktoren, etwa Krisen wie Klimawandel und der Krieg gegen die Ukraine, die sich nachteilig auf die (mentale) Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auswirken können. Auch wurde in der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) vom RKI festgestellt, dass „Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem sozioökonomischen Status […] mehr als doppelt so häufig psychisch auffällig [sind] wie Gleichaltrige aus Familien mit hohem sozioökonomischen Status“ (Journal of Health Monitoring, 2018 3(3): Psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland –
Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends).


Angesichts der gesammelten Erkenntnisse der letzten Jahre sollen Maßnahmen zum Umgang und zur Verbesserung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vernetzt, koordiniert, verstärkt und ausgebaut werden. In einer Beratungsvorlage sollen die Prüfergebnisse und die sich daraus ergebenden Handlungsoptionen für Stadtverwaltung, Stadtrat und Stadtgesellschaft, einschließlich des medizinischen Bereiches, in den Ausschüssen diskutiert und weitere Festlegungen getroffen werden.

Fördermitteln durch die Stadt Chemnitz ab 2023 genutzt wurden und genutzt werden sollen, wie viele Fördermittel generiert wurden bzw. werden können und wie diese eingesetzt wurden bzw. werden sollen (bspw. Mittel des „Zukunftspaketes für Bewegung, Kultur und Gesundheit“). Die Beratungsvorlage soll bis zum IV. Quartal 2023 im Sozialausschuss und im Jugendhilfeausschuss vorgelegt werden.

Abstimmung im Stadtrat: Ja: 48, Nein: 0, Enthaltungen: 0

LINK zum Beschlussantrag