Ein Szenario zur Wiederöffnung der Schulen und Kitas unter Pandemie-Bedingungen

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Ein Statement der Stadträtinnen und Stadträte der SPD-Fraktion anlässlich der möglichen Wiederaufnahme des eingeschränkten Regelbetriebs in Schulen und Kitas.

Auch wenn die Infektionszahlen erfreulicherweise sinken, ist es richtig, dass der Lockdown und die damit verbundenen Einschränkungen zunächst bis zum 14. Februar 2021 in Sachsen und in Chemnitz aufrechterhalten bleiben. Die Gefahr, das mühsam Erreichte zu verspielen, ist zu groß.

Die Lockdown-Maßnahmen verlangen den Menschen sehr viel ab. Gerade für Familien mit Kindern ist es eine sehr anstrengende Zeit, wenn Eltern neben ihrem Beruf ihre Kinder zuhause betreuen oder unterrichten müssen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass gerade jene Kinder, denen das Lernen schon vor der Pandemie Schwierigkeiten bereitete, durch die Einschränkungen in den Bildungseinrichtungen noch schwerer dem Lehrplan folgen können. Der Anspruch gleicher Verteilung von Bildungschancen gerät im Lockdown unter enormen Druck.

Wir begrüßen es, dass die Wiederöffnung der Schulen und Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb höchste Priorität hat. Die Abschlussklassen sind bereits am 18. Januar 2021 zurückgekehrt, die BerufsschülerInnen folgen am 8. Februar 2021 und für die SchülerInnen besonders an den Grundschulen aber auch an weiterführenden Schulen wird ein eingeschränkter Regelbetrieb zum nächstmöglichen Zeitpunkt diskutiert.

Als KommunalpolitikerInnen erwarten wir ein Gesamtkonzept der Staatsregierung für das zweite Schulhalbjahr 2020/21, das das einen stabilen Schul- und Kitabetrieb unter Pandemiebedingungen gewährleistet und für alle Beteiligten eine planbare Perspektive bedeutet.

Als StadträtInnen wollen wir Möglichkeiten der Stadt als Schulträger ausloten, die eine möglichst frühe Öffnung der Schulen und Kitas in Chemnitz gewährleisten und gleichzeitig einen Schul- und Kitabetrieb unter Pandemiebedingungen unterstützen.

Wir fordern und unterstützen daher:

  • Zur Verbesserung der Hygienebedingungen in den Schulen und Kitas sollen möglichst schnell und an möglichst vielen Schulen mobile Umluftentkeimer zum Einsatz kommen. Die Stadt Chemnitz hat hier als Schulträger und Träger öffentlichen Jugendhilfe die Verantwortung, die Kinder und die LehrerInnen sowie die ErzieherInnen bestmöglich zu schützen. Mit Beginn des eingeschränkten Regelbetriebs in den Schulen muss ein zügiger Testlauf erfolgen, der schnellstmöglich verwertbare Ergebnisse bringt.
  • Auf dieser Grundlage soll ein zielführender Bedarfsplan vorbereitet werden, der einen variablen Einsatz vorrangig in den Chemnitzer Grundschulen schnell umsetzen lässt. Auch der Einsatz kann daraus abgeleitet werden.
  • Die Schnelltestkapazitäten sollen möglichst dezentral, idealerweise in den einzelnen Schulen angeboten werden.
  • Zur Unterstützung des digitalen Fernunterrichts sollen die an die Schulen ausgereichten mobilen Endgeräte schnellstmöglich an jene SchülerInnen herausgegeben werden, die entweder einen Chemnitz-Pass besitzen oder bei der Bewilligung des Wohngelds im Wohngeldbescheid berücksichtigt sind.

Zusätzlich gehen wir davon aus, dass die Jobcenter die von der Bundesregierung ermöglichte Finanzierung weiterer digitaler Endgeräte oder auch Drucker umsetzen. Solange kein dauerhafter Unterricht in Präsenz absehbar ist, müssen die Voraussetzungen für Homeschooling geschaffen werden.

Hier sehen wir vor allem die Staatsregierung in der Pflicht, die technischen und personellen Standards zu schaffen, dass neben dem Bildungsauftrag auch die Erziehungsfunktion von Schule mit Lehrkräften als Bezugspersonen abgesichert wird. Die SPD-Fraktion Chemnitz unterstützt daher die Petition „Einheitliches Konzept für den digitalen Unterricht an sächsischen Schulen“, die von den Petentinnen und Petenten direkt an den Sächsischen Landtag gerichtet werden sollte, um den angemessenen Stellenwert zu erhalten.

Dennoch erwarten wir uns von der Staatsregierung, dass alle Möglichkeiten, die von einem reinen Distanzunterricht im häuslichen Umfeld abweichen und den Kindern einen persönlichen Kontakt zum pädagogischen Personal eröffnen, alsbald ausgeschöpft werden.

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