Die Chemnitzer ASF-Vorsitzende Julia Bombien erklärt dazu: „Wenn sich eine Frau für einen Abbruch entscheidet, muss sie die nötige Unterstützung bekommen. Der Abbruch ist ein Grundrecht. Die Entscheidung darüber liegt bei der Frau, ihr dürfen keine bürokratischen oder juristischen Hürden in den Weg gelegt werden.“
Mit dem Motto „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung“ wird in diesem Jahr auf die Dringlichkeit hingewiesen, dass die Situation für ungewollt Schwangere, einen sicheren Ort und eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine Beendigung der Schwangerschaft zu finden, immer schwieriger wird. Die Zahl der Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, war bereits zwischen 2003 und 2018 um rund 40 Prozent auf bundesweit etwa 1.200 Stellen gesunken. Ungewollt Schwangere, die einen Abbruch durchführen lassen wollen, müssen immer längere Strecken zurücklegen, teilweise bis zu 200 Kilometer. Die Corona-Krise hat diese Situation noch einmal verschärft.
Bombien weiter: „Schwangere müssen selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden können. Es ist ein Unding, dass der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor im Strafgesetzbuch verankert und lediglich unter bestimmten Bedingungen straffrei ist. Wir fordern daher seit langem die Abschaffung des Paragrafen 218 und 219a. Bis zur vollendeten 12. Schwangerschaftswoche muss der Abbruch einer Schwangerschaft kosten- und bedingungslos möglich sein. Dafür müssen Regelungen außerhalb des Strafgesetzbuches getroffen werden.“
Bundesweit machten viele Aktionen auf den Tag und das Anliegen aufmerksam: Über 100 Institutionen, Parteien und Länder-Bündnisse hatten dazu aufgerufen; es fanden über 90 Aktionen in über 50 Städten
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.